Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen und Zahnextraktionen

Die nicht vermeidbaren Folgen nach jedem operativen Eingriff im Kiefer- und Gesichtsbereich (z.B. Schwellung, Bluterguss, Behinderung der Mundöffnung, Schluckbeschwerden für ca. 3 Tage) können von Ihnen durch Beachtung folgender Hinweise gemildert werden, wodurch Sie dann wesentlich zu einer schnelleren und komplikationslosen Wundheilung beitragen:

Bedenken Sie, dass Ihre Fahrtüchtigkeit herabgesetzt sein kann, insbesondere wenn Sie zusätzlich Medikamente eingenommen haben. Führen Sie deshalb nach der Operation kein Kraftfahrzeug.

Beißen Sie 60 Minuten auf den Tupfer, damit die Blutung zum Stillstand kommt und sich ein Blutpfropf bilden kann, danach spucken Sie den Tupfer aus.

Kühlen Sie ab sofort die Wange von außen auf der operierten Seite mit feuchtkalten Umschlägen so oft wie möglich – Sie vermindern dadurch eine Schwellung. Eine Wärmeanwendung ist in den ersten 2–3 Tagen grundsätzlich nicht gestattet.

Essen Sie erst nach Abklingen der Spritzenwirkung. Nehmen Sie am ersten und zweiten Tag nach der Operation keine Milchspeisen zu sich. Ernähren Sie sich mit klar-flüssiger Kost (z.B. klare Fleischbrühe mit Ei, Kartoffelbrei mit Hackfleisch o.ä.)

Blutungen oder Wundheilungsstörungen können in den nächsten 3 Tagen verursacht werden durch: Nikotin (Rauchen), Alkohol, Koffein (Kaffee, schwarzer Tee, Coca-Cola u. a.), heiße Getränke, scharfe Gewürze, häufiges und kräftiges Mundspülen, kräftiges Naseputzen, körperliche Anstrengungen, Aufregung oder Stress. Meiden Sie deshalb bitte diese Genussmittel bzw. Aktivitäten.

Spülen Sie nur nach dem Essen einmal kurz den Mund mit klarem Wasser aus. Häufigere Spülungen stören die Wundheilung.

Putzen Sie Ihre Zähne regelmäßig, berühren Sie jedoch nicht die Wunde.

Messen Sie morgens und abends Ihre Temperatur. Eine geringe Temperaturerhöhung ist nicht beunruhigend. Melden Sie sich aber bitte sofort bei uns, sobald die Temperatur 38,5 °C übersteigt.

Schmerzen im Wundgebiet nach dem Abklingen der Spritzenwirkung sind möglich. Sie können notfalls Schmerztabletten einnehmen. Treten allerdings starke Schmerzen erst nach 1 bis 3 Tagen auf, so müssen Sie sich sofort zu Nachbehandlung melden.

Bei kleineren Nachblutungen sollten Sie ein frisches Taschentuch auf den Wundbereich legen und ca. 30 Minuten fest zubeißen.

Sie sollen sich nicht hinlegen, sondern sitzen. Wenn die Blutung nach 1 bis 2 Stunden nicht zum Stehen gekommen ist, setzen Sie sich mit der Praxis bzw. dem aus der Tageszeitung ersichtlichen Not- oder Sonntagsdienst in Verbindung. In keinem Falle spülen oder fortgesetzt ausspucken.